Mal abgesehen von Werbezetteln heimischer Einzelhandesgeschäfte, auf denen 15 verschiedene Schriftfamilien verwendet werden und dem Leitspruch: Weniger ist mehr ist glaube ich zum Thema Typografie noch etwas mehr zu sagen. In diesem Dokument geht es nicht um die Ausbildung zum Graphiker, sondern um den ganz normalen StarOffice/Windows Nutzer dem ich bei dem Thema Ansehnliche und wiederverwendbaren Dokumente unterstützen möchte.
Zweitens: StarOffice Writer ist zwar kein DTP-Programm, jedoch kann man z.B. durch das Rahmenkonzept schöne Sachen gestalten.
Drittens: Es ist gar nicht so leicht in HTML eine DTP-Anleitung zu setzen ich bitte um Nachsicht und Ratschläge.
Typografische Kniffe mit StarOffice Writer
Verschiedene Schriftformate TrueType- und Postscript Type 1 Schriften
Die hier angegebenen Regeln sind nicht vollständig, jedoch kann man sich aus der unten aufgeführten Literatur noch mehr Regeln und Strategien suchen.
Einfach zu merken und abgenutzt: Weniger ist mehr (no Comment)
Der optische Eindruck ist entscheidend, Absatzformate, Rahmen, Graphiken ruhig auch mal mit der Hand, ohne Raster oder Hilfslinien ausrichten. Vieles was mathematisch Exakt ausgerichtet ist, macht nicht diesen optischen Eindruck (z.B. ist ein O immer kleiner geschnitten als ein N, ein großes A am Anfang der Zeile wirkt zurückgesetzt, ein Trennstrich am Ende einer Zeile wirkt zu kurz).
Erst ein graphisches Arbeitsziel setzen und dann seine Arbeit immer daran überprüfen. Erste Ausprägung dieser Regel: Ein Magazincover erfordert eine andere Typografie als eine Diplomarbeit. Zweitens: eine Einladungskarte muss nicht immer festlich sein, Design darf ab und zu auch mal anstrengend sein.
Design kann man nicht nur aus Büchern lernen, man muss sich an guten (und schlechten) Design-Beispielen orientieren und seine Kompositionen im Vorfeld überprüfen. Einer der ersten Arbeitsschritte ist das Ausdrucken und Vergleichen von eigenen Lösungsansätzen, die z.B. komplett in Blindtext gesetzt sind.
Die verwendeten Schriftfamilien
sollten aufeinander abgestimmt sein und der Aussage des Dokuments
entsprechen. So erscheint mir eine Bodoni zu festlich für eine
Diplomarbeit, Century Schoolbook ideal für ein Lehrbuch und die
Kombination Helvetica und Times zu langweilig. All das ist
Geschmackssache. Weiterhin sollte die Form eines Dokuments
strukturiert sein, also nicht verschiedene Auszeichnungsarten für
die selbe Kategorie von Begriffen oder ein wildes Durcheinander von
Überschriftgrößen aufweisen.
In StarOffice
Writer hilft einem bei der Organisation mit der sogenannten weichen
Formatierung über Zeichen- und Absatzvorlagen und deren
hierarchischen Organisation (Stylist).
Fließtextschrift soll leicht lesbar sein, hier auf Versalien, Condensed-Schriften und ähnliches verzichten. Da diese die Lesbarkeit meist herabsetzen. Wenn der Textabschnitt herausgehoben werden soll, kann man mit anderen Mitteln wie Unterlegungen, Rahmen oder Einrückungen arbeiten. Dies erleichtert die Lesearbeit ungemein.
Fließtextschrift sollte normalerweise eine Antiquaschrift sein, da man diese Schriften mit ihren kleinen Ecken und Kanten sowie Ober- und Unterlängen meistens schneller lesen kann. Wer dennoch eine Serifenlose SChrift einsetzen will, sollte sich gut auskennen. Bitte nicht einfach benutzen, weil es modern erscheint.
Immer nur vorhandene Schriftschnitte verwenden, keine Schriftstile nachbilden (StarOffice Writer zeigt dies im Format|Zeichen Dialog Seite: Schrift an). Es gibt zum Beispiel bei professionellen Schriftfamilien extra Schnitte für Versalien und Kapitälchen bzw. bei manchen installierten Schriften ist nur der normalen Schnitt vorhanden, dann wird kursiv gerechnet.
Verschiedene Schriftfamilien werden auf ihr Einsatzgebiet hin konzipiert. So gibt es Titelschriften, bei denen der Abstand der Versalien so gesetzt wurde, das sie als Überschrift gut lesbar sind (der Schnitt wird dann mit Titling und ähnlichem bezeichnet) oder es gibt Schriften die für eine Bildschirmausgabe (nur 96 dpi im Gegensatz zu 300 dpi und mehr beim Druck) optimiert sind (z.B. Arial). Man sollte solche Schriften nicht Artfremd einsetzen, bzw. muss sie dann ausgleichen. Derart konzipierte Fonts findet man in guten Fontsammlungen.
Fontgrößen nicht zu klein wählen, Minimum in Glossaren u.ä. sind 6 pt, für den Fließtext sind 10 bis 12 pt angebracht. Überschriften im Text sollten 24, 18 oder 16 pt groß sein, für plakative Überschriften sind 26, 48 und 72 pt zu verwenden.
Skalierbare Schriften sind bezüglich verschiedener Fontgrößen ein Kompromiss, sehr große bzw. auch kleine Schriften sollten ausgeglichen werden (große Schriften unterschneiden, kleine Schriften sperren (die kleineren haben es nicht so nötig)).
In einer Zeile sollten so um die 55 Zeichen stehen, gegebenenfalls mehrere Spalten anlegen (Format|Seite Seite: Spalten)
Auszeichnungen:
Die bevorzugte Auszeichnungsart ist das
kursiv setzen. Dies sollte vor allem in Gebrauchstexten
eingesetzt werden. Die kursive Auszeichnung zwingt zu langsamen
lesen, da sie einen schmaleren Lauf hat und eignet sich deshalb für
Hervorhebungen in Fließtexten.
Benötigt man neben dem
Kursiven eine weitere seriöse Auszeichnungsart, so kann man
Kapitälchen verwenden. Da Kapitälchen
zumeist aus den Großbuchstaben des Fonts berechnet
werden, muss man oft neben leichtem sperren
deren Höhe ausgleichen (in StarOffice Writer einfach eine
entsprechende Zeichenvorlage definieren).
Möchte man die
Aufmerksamkeit auf eine Passage einer Seite lenken, kann man einen
fetten Schnitt bemühen, dieser eignet sich besonders zum
Auffinden bestimmter Textpassagen.
Auf Unterstreichungen sollte
man verzichten, diese gehört nicht in gedruckte Dokumente. Sie
ist zum Beispiel für Tafelanschriebe vorgesehen.
Die
Verwendung der Auszeichnungsarten Blinkend, Outline,
Schatten, usw. ist sehr einfach geregelt: Man verwendet
sie nicht!
Bei StarOffice Writer ist das Auswerten der Kerningtabellen der Fonts standardmäßig ausgeschaltet. Man kann es unter Format|Zeichen Seite: Schrifteffekte einschalten. Verändert man die Absatzformatvorlage Standard entsprechend, so ist paarweises Kerning im gesamten Dokument eingeschaltet. Schaltet man paarweises Kerning in der Vorlage Überschrift ein, so werden in allen Überschriften die Kerninginformationen berücksichtigt. Je größer und auffälliger die Textteile sind, desto mehr Aufmerksamkeit sollte man deren Satz schenken. Da das Berechnen der Kerningpaare Zeit kostet, ist das aktivieren nur in Überschriften ein guter Kompromiss.
Werden für unter anderem für Datumsangaben, Abkürzungen und Zahlen benötigt:
Datum ganz ohne Leerzeichen
Datum mit halben Leerzeichen
zum Beispiel mit ganzem Leerzeichen
zum Beispiel
10000 mit ganzem Leerzeichen
10000 mit halbem Leerzeichen
Halbe Leerzeichen kann man unter Format|Zeichen durch Hoch-/Tiefstellen eines Leerzeichens um 0% und relative Schriftgröße 50% erreichen. Außer in StarWriter 3.1 kann man dafür ein geschütztes Leerzeichen (<Strg>+<Leerzeichen>) verwenden, denn dies wird im Blocksatz nicht auseinander getrieben. Ansonsten kann man für ein halbes Leerzeichen auch das Zeichen Nr. 160 in der Windows-Zeichentabelle verwenden, für dieses sollte man dann eine relative Schriftgröße von 35% verwenden.
Um halbe Leerzeichen in den Text zu setzen kann man sich eine entsprechende Zeichenvorlage (nur StarWriter 4.0) definieren, ein einmal formatiertes halbes Leerzeichen mit Copy&Paste kopieren oder das folgende Makro verwenden:
Sub InsHalbLeer
'Wenn der Cursor auf Absatzende steht, füge noch ein Leerzeichen dahinter
'damit man ohne Format|Standard weiterschreiben kann.
IF ActiveModule.Name <> "StarOffice Writer" THEN
MsgBox("InsHalbLeer können Sie nur innerhalb eines Textdokuments anwenden.",16,"Fehler")
EXIT SUB
ENDIF
If Selection.IsEndOfPara Then
Selection.Insert( Chr$(32) )
Selection.GoLeft( 1, FALSE )
i% = 2
ELSE
i% = 1
EndIf
'Nimm als "Leerzeichen" Chr(160), damit dieses nicht im Blocksatz auseinander gezogen wird.
With Selection
.Insert( Chr$(160) )
.GoLeft( 1, TRUE )
.Font.Escapement = 1
.Font.RelativeSize = 35
.GoRight( i%, FALSE )
End With
End SubText in Versalien oder Kapitälchen sollte leicht gesperrt werden, sofern man nicht einen entsprechenden Schriftschnitt zur Verfügung hat. Dies kann man unter Format|Zeichen Seite: Schrifteffekt unter Laufweite einstellen. Man sollte darauf achten, die Laufweite für die Leerschritte zwischen den Worten nicht mit zu vergrößern.
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Abkürzungen |
Bei mehrgliedrigen Abkürzungen (z. B.) setzt man bis auf den letzten Punkt jeweils hinter die Punkte halbe Leerzeichen. |
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An- und Abführungszeichen |
Werden so wie in der Landessprache üblich gesetzt, also ein englischer Ausspruch in einem deutschen Text wird mit englischen An- und Abführungszeichen versehen. |
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Apostroph |
Leerzeichen davor |
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Auslassungspunkte |
Ellipse ist ein Zeichen und wird nicht durch Leerzeichen von dem abzukürzendem abgesetzt. |
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Bankkonten |
12 452 323 halbe Leerzeichen |
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Bankleitzahlen |
123 456 78 halbe Leerzeichen |
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Datumsangaben |
Jeweils hinter die Punkte halbe
Leerzeichen |
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Doppelpunkt |
Nur hinter dem Doppelpunkt kommt ein Leerzeichen. |
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Exponenten |
24 ohne Zwischenraum |
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Klammern |
(Klammer) ohne Zwischenraum |
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Maße, Gewichte |
10,00 kg halbes Leerzeichen |
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Postfachnummer |
1 23 46 halbe Leerzeichen |
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Prozentangaben |
10 % halbes Leerzeichen (oder weniger Abstand) |
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Punkt (Satzende) |
Nur hinter dem Punkt kommt ein Leerzeichen (das natürlich ausgeglichen werden darf). |
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Strich als Ersatz für bis |
1020 Halbgeviertstrich ohne Zwischenräume, bei Hausnummern kann auch der Divis verwendet werden. |
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Strich als Ersatz für gegen |
Heim Gast Halbgeviertstrich mit Zwischenräumen. |
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Telefonnummern |
(01 90) 47 11 0-815 jeweils in Zweiergruppen von rechts durch halbe Leerzeichen abgesetzt. Nebenstelle mit dem Divis abtrennen. |
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Temperaturen |
+ 22 °C zwischen + und 22 und zwischen 22 und ° ein halbe Leerzeichen (nicht zwischen ° und C) |
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Währungsangaben |
10, DM zwischen Geviertstrich und der Währungsangabe ein halbes Leerzeichen. Wird die Währungsangabe (10,) weggelassen muß der Halbgeviertstrich verwendet werden. |
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Zahlen |
10 000,00 nach jeder dritten Stelle vom Komma nach rechts ein halbes Leerzeichen |
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Zahlen und Text |
2-Öltanks Divis ohne Zwischenraum |
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Zahlworte |
12ter ohne Zwischenraum |
Diese Sonderzeichen sind in StarOffice Writer über Einfügen|Sonderzeichen erreichbar, ansonsten kann man sie durch drücken (und festhalten) der <Alt>-Taste und eintippen der Ziffernkombination auf dem Nummernblock (!) erreichen.
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ASCII-doppeltes Anführungszeichen |
<Alt>34 |
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ASCII-einfaches Anführungszeichen |
<Alt>39 |
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Minute |
<Alt>0162, Zeichensatz Symbol |
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Sekunde, Zoll |
<Alt>0178, Zeichensatz Symbol |
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Apostroph, Auslassungszeichen |
<Alt>0146 |
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Akut (darf nicht alleine stehen) |
(Zeichen auf Tastatur) |
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Gravis (darf nicht alleine stehen) |
(Zeichen auf Tastatur) |
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Doppelte Anführungszeichen (deutsch) |
<Alt>0132, <Alt>0147 |
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Einfache Anführungszeichen (deutsch) |
<Alt>0130, <Alt>0145 |
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Doppelte Anführungszeichen (deutsch) |
<Alt>0187, <Alt>0171 |
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Einfache Anführungszeichen (deutsch) |
<Alt>0155, <Alt>0139 |
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Unterstrich |
<Alt>95, (Zeichen auf Tastatur) |
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<Alt>45, (Zeichen auf Tastatur) |
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Minuszeichen |
<Alt>45, Zeichensatz Symbol |
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<Alt>0150 |
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<Alt>0151 |
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<Alt>0133 |
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Zirkumflex |
<Alt>0136 |
Der textverarbeitende Mensch hat es neben seinem Pläsier, der Auswahl passender Schriftarten, auch mit mit verschiedenen Schriftformaten zu tun. Hier fallen Begriffe wie System-, Drucker-, Bildschirm-, Vektor-, TrueType-, Type 1- und Postscript-Schriften. Leider wirkt sich dieser Dschungel auch auf die Textverarbeitungserzeugnisse aus. Zum Beispiel: Nach monatelanger Arbeit zu Hause am Tintenstrahldrucker trägt man seine Diplomarbeit in die Uni, um einen 600 dpi Laserdrucker zu bemühen und dann stimmen weder Zeilen- noch Seitenumbrüchen obwohl alle notwendigen Schriften installiert sind.
Die Leute von Microsoft propagieren für ihr Windows-Betriebssystem die Verwendung von TrueType-Fonts und liefern gleich die Schriftfamilie Arial, Courier New und Times New Roman mit. Bei diesem Schriftformat kann man den Schriftgrad beliebig wählen auch krumme Größen wie 11,5 pt sind möglich. TrueType-Schriften sind also frei skalierbar.
Daneben gibt es noch die sogenannten Raster-Schriftarten wie MS Sans Serif oder System, die nur in bestimmten Schriftgraden (und deren vielfachen) vorliegen. Auch in manche Druckern sind Raster-Schriftarten eingebaut. Bei Raster-Schriftarten liegt jeder Buchstabe in unterschiedlichen Größen als Bitmap, also Punkt für Punkt vor. Diese Schriften können nicht sinnvoll vergrößert, gedreht usw. werden.
Gerade die starke Verbreitung von TrueType-Schriften in der Windows-Welt und deren freie Skalierbarkeit legt den Schluss nahe, das skalierbare Schriften festen Fonts überlegen sind. Das dies nicht so ist, hat folgenden Grund:
Bei skalierbaren Schriften sind alle Buchstaben sozusagen als Konstruktionsvorschrift gespeichert. Will man nun einen Satz in sagen wir 24 pt auf dem Drucker ausgeben, muss die Buchstabenform ausgerechnet werden und deren geschwungene Linien in ein Punktraster umgerechnet werden. Jeder der schon einmal eine Zeichnung oder ein Logo in verschiedenen Größen angefertigt hat weiß, dass man das nicht einfach durch vergrößern hin bekommt, sondern das das Logo in unterschiedlichen Größen unterschiedlich gut aussieht. Genauso ist das auch mit den Schriften, Raster-Schriften sind in jeder Größe von Hand optimiert, deshalb sind Bildschirm-Schriften oder Matrixdrucker-Schriften meist Raster-Schriften.
Nun nähern wir uns einer religiösen Frage: Was ist besser TrueType oder Postscript Type 1?
Die Antwort ist ganz einfach, nichts von beiden! Jedoch gibt es eifrige Fürsprecher beider Schriftformate, die sich auch gern mal unsachlich näher kommen und dabei nur Luftblasen produzieren. Deshalb liefere ich hier hoffentlich keine Kohlen für das eine oder andere lodernde Feuer.
Technisch gesehen sind die Hauptunterschiede dieser beiden skalierbaren Schriftformate, das TrueType-Schriften schneller berechnet werden können als Postscript Type 1-Schriften (mathematisch gesehen!), jedoch eine unkomfortablere Verwaltung von Buchstabeninformation haben. Desweiteren sind ausschließlich Type 1-Schriften verschlüsselbar, die Schnitte der Graphik Designer also schützbar. In Windows-Betriebssystemen ist eine Verwaltung inkl. einem Raster Image Processor für TrueType fest eingebauter Systembestandteil, während man dieses für Type 1-Schriften zusätzlich erwerben muss (Adobe Type Manager).
Da das Postscript Type 1-Format älter ist, auf anderen
Plattformen verbreitet ist und es wenige (teure)
Fontgestaltungsprogramme für das TrueType-Format gibt, sind
TrueType-Fonts meist nur konvertierte Type 1-Fonts, was meist mit
geringerer Qualität einhergeht. Weiterhin können
Postscript-Drucker Type 1-Fonts direkt verarbeiten (rastern/laden),
während TrueType-Fonts entweder durch Druckereigene
Postscript-Fonts ersetzt werden oder wie Vektorgraphiken verarbeitet
werden, was einen Geschwindigkeitsnachteil bedeutet. Bei modernen
PCL-Druckern fällt auch dieser Nachteil von TrueType weg, diese
können auch TrueType-Fonts rastern (Printer Control Language,
ist eine Druckersprache von Hewlett-Packard).
Da sich die
Fontinformationen im TrueType-Format nicht schützen lassen,
stellen manche renommierten Schrifthäuser keine TrueType-Fonts
her.
Der wichtigste Vorteil von TrueType ist sicher, das es von Microsoft mitgeliefert wird. Wer also oft Dokumente mit anderen Leuten auf diesen Betriebssystemen bearbeitet, ist mit TrueType gut bedient. Wenn man dann noch Wert auf gute TrueType-Schnitte legt, sollte des Typografen Welt eigentlich in Ordnung sein.
Für Type 1-Fonts benötigt man den Adobe Type Manager und sollte mit Postscript-Geräten publizieren.
Es ist hier, wie so oft in der Software-Welt, wenn alle die ich kenne mit dem Schriftformat A arbeiten, kann man sich getrost anschließen. Wenn der produzierte Text ohnehin nicht ausgerichtet wird, ist alles egal!
Eine Lösung für die Schriftformat-Streithähne
scheint in Sicht Adobe und Microsoft basteln gerade an einem neuen
Schriftformat Namens OpenType, mal schauen.
http://www.microsoft.com/TRUETYPE/OTSPEC/otover.htm
http://www.adobe.com/type/opentype.html
Die Fontverwaltung in Windows95 hat sich gegenüber Windows 3.1x verändert. Die Fontdateien befinden sich nun in einem speziellen Ordner Windows\Fonts (bzw. entsprechende Verweise) und die TrueType-Fonts benötigen nur noch eine *.TTF-Datei, die Funktionsweise der *.FOT-Datei wurde von der Registrierdatenbank übernommen.
Der Font-Ordner von Wndows95 verhält sich nicht wie ein normaler Ordner. Das heißt, wenn mit dem Windows-Explorer TTF-Dateien hineinkopiert werden, so werden sie installiert. Geschieht das Ganze in einem MS-Dos-Fenster, so wird der Font zwar kopiert jedoch nicht installiert.
Die installierten TrueType-Fonts werden in der Registrierdatenbank unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Fonts aufgeführt (bitte nicht editieren). Mit dem Registrierungseditor kann auch eine Textdatei mit einer Liste der installierten Schriften erzeugt werden ("Arial (TrueType)"="ARIAL.TTF" über Registrierung|Registrierungsdatei exportieren).
Ich rate dazu sich einen extra Ordner mit den benötigten Fonts anzulegen und mit dessen Hilfe das Windows Font Verzeichnis ab und zu mal aufzuräumen. Da sich die Menge der installierten Schriften meist allmählich erhöht. Bitte nicht allzu großzügig löschen, die Bildschirmschriftarten (*.fon betrifft nur Win 3.1x), die bei Windows95 mitgelieferten TrueTypes (arial*.ttf, cour*.ttf, times*.ttf, symbol.ttf, wingding.ttf) und die Symbolzeichensätze von StarOffice Writer starbats.ttf und StarOffice Math.ttf sollten in Ruhe gelassen werden.
Folgendes sind Buchempfehlungen, wer sich noch stärker für Typografie interessiert, dem schicke ich gerne noch mehr Literaturhinweise.
Duden, Die deutsche Rechtschreibung, Band 1, Ausgabe egal
Hans Peter Willberg, Friedrich Forssman, Erste Hilfe in Typografie. Ratgeber für Gestaltung und Umgang mit Schrift. ISBN: 3874394743
Jürgen Gulbins, Christine Kahrmann, Mut zur Typographie. Ein Kurs für Desktop-Publishing. ISBN: 3540675418
Autor: Werner Roth Original liegt auf http://www.wernerroth.de/staroffice/dokus
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